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"Goldwerter Einspringer" und "genialer Meister der Kommunikation"

Als „goldwerter Einspringer“ (Kurier) und "genialer Meister der Kommunikation" (Standard) erwies sich Andrés Orozco-Estrada, als er Anfang November erneut drei Abonnementkonzerte der Wiener Philharmoniker im Musikverein leitete. Nachdem Riccardo Muti aus gesundheitlichen Gründen die Konzerte hatte absagen müssen, übernahm Orozco-Estrada kurzfristig. Und das zum zweiten Mal, denn sein Debüt bei den Wiener Philharmonikern hatte er im Oktober 2010 nach einer Absage von Esa-Pekka Salonen gegeben. Begeistert feierte das Publikum in allen drei Konzerten die Musiker mit ihrem Dirigenten. Der Standard war voll des Lobes: „Schon Cherubinis Ouvertüre in G kam als wundersam leicht dahinperlende melodische Grazie daher (…). Sie zeigte die Philharmoniker in sensibler Form und Estrada als einen Dirigenten, der energisch an Passagen herangeht (…), aber jederzeit bemüht war, auch sangliche Komponenten bewusst auszumodellieren. Bei Schuberts 4. Symphonie wurde dies bestätigt: Mit tendenziell ins Breitere gehenden Tempi (…) sucht Estrada im 2. Satz nach einem empfindsamen Tonfall, nach Beschaulichkeit auch, die im 3. Satz in einem blumigen Auskosten der Melodik mündete. Und doch: Es war Intensität abseits des Lieblichen zu vernehmen - wie bei Igor Strawinskis Violinkonzert in D: Bei allem Bestreben nach Ausgewogenheit war auch ruppiges Tanzleben drin; nicht zuletzt, da Rainer Honeck den Solopart bisweilen mit der nötigen Kantigkeit auszustatten wusste.“ Äußerst positiv auch die Kritik im Kurier: „Ein ‚reguläres’ philharmonisches Abonnementkonzert hat er noch nicht geleitet; als Einspringer jedoch ist er Gold wert. Die Rede ist von Andrés Orozco-Estrada, jenem charismatischen Chefdirigenten des Tonkünstlerorchesters Niederösterreich, der am Wochenende bereits zum zweiten Mal ein Philharmonisches im Musikverein rettete. Und das extrem gut. (…) Strawinsky hätte wohl seine Freude gehabt, denn Honeck interpretierte seine Soli höchst uneitel. Sicher: Ein Virtuose, aber einer, der sich in den Dienst der Sache stellt. Dazu noch Orozco-Estrada, der sich als genialer Meister der Kommunikation erwies, dem alle Musiker am Ende zu Recht Beifall spendeten. Denn der Maestro war auch ein mehr als guter Verwalter bei Luigi Cherubinis (Muti liebt diesen Komponisten!) "Ouvertüre G-Dur". Und Orozco-Estrada führte auch Franz Schuberts vierte Symphonie am Pult eines ungeheuer gefühlvoll spielenden Orchesters zum Triumph. Selten war die "Tragische" in all ihren Details so nachvollziehbar. Jubel für den Einspringer und für Honeck, der sich bei Schubert auch noch als Konzertmeister betätigte.“